Nachdem die Überarbeitung der europäischen WEEE Richtlinie (1) nicht die erhofften Vereinfachungen gebracht hat, haben führende Rücknahmesysteme in Europa die Initiative ergriffen und im Oktober 2013 das Gemeinschaftsunternehmen WEEE Europe mit Sitz in München gegründet. Es soll Herstellern und anderen Marktteilnehmern die Erfüllung ihrer unterschiedlichen nationalen Pflichten aus einer Hand ermöglichen.

Hersteller, Importeure, Groß- und Einzelhändler sowie Vertreiber von Elektro- und Elektronikgeräten, die in mehreren europäischen Ländern aktiv sind, werden mit einer Vielzahl nationaler Gesetze konfrontiert. Jedes Land hat unterschiedliche Anforderungen an Registrierung und Mengenmeldung bei der Markteinführung von Produkten, um deren spätere Rücknahme und Entsorgung sicherzustellen.

Christian Ludwig, Vorstand der WEEE Europe AG, sieht für die geplanten Dienstleistungen gute Erfolgschancen: “Der Verwaltungsaufwand für alle Marktteilnehmer ist enorm, vom Mittelständler bis hin zum Großkonzern. Wir wollen Prozesse vereinfachen und dabei effiziente Lösungen zur Erfüllung der verschiedenen nationalen Meldepflichten zu attraktiven Preisen anbieten.”

Die Gründer und Mitglieder der WEEE Europe – neun der größten und leistungsfähigsten europäischen Rücknahmesysteme – stehen für hohe Prozessqualität und die Einhaltung internationaler Entsorgungsstandards. Als von Herstellern gegründetes Non-for-Profit-Unternehmen arbeiten sie kostendeckend. Dies gilt auch für die WEEE Europe AG. Aktuell werden Gespräche mit weiteren potentiellen Mitgliedern aus zusätzlichen EU-Mitgliedsstaaten geführt. Damit soll zum Start der operativen Aktivitäten eine europaweite Abdeckung erreicht werden.