In Kürze tritt in Deutschland mit dem ElektroG2 die neue Fassung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes in Kraft. Damit setzt die Bundesrepublik mit Verspätung die Vorgaben der novellierten europäischen WEEE Richtlinie in nationales Recht um. Das neue Gesetz bringt unter anderem Änderungen beim Herstellerbegriff, bei Gerätekategorien und Garantien.

Insbesondere der Online Handel (Distanzhandel) ist von diesen Änderungen betroffen:

Grundsätzlich unterscheidet man künftig zwischen der 0:1 und der 1:1 Rücknahmepflicht. Vertreiber mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern für Elektrogeräte fallen unter diese neue Gesetzgebung.

1:1 Rücknahmepflicht: Beim Neukauf eines gleichartigen Geräts ist der Vertreiber zukünftig verpflichtet, das alte Gerät unentgeltlich zurückzunehmen.

0:1 Rücknahmepflicht: Geräte, die eine maximale Kantenlänge von 25 Zentimetern haben, müssen auch ohne den Neukauf eines Produkts zurückgenommen werden.

Die Rücknahmepflichten gelten auch für Distanzhändler mit einer Lager- und Versandfläche von mehr als 400 Quadratmetern für Elektrogeräte. Zudem müssen diese – für den Konsumenten in zumutbarer Entfernung liegende – Rücknahmestellen einrichten. Das Verzeichnis aller Rücknahmestellen ist der Stiftung Elektroaltgeräteregister (ear) vollständig vorzulegen. Die betroffenen Vertreiber haben die Rückgabestellen (mindestens 1.800) mit vollständiger Adresse der EAR anzuzeigen. Zusätzlich sind je nach Verwertungsweg Mitteilungspflichten gegenüber EAR zu erfüllen.

Wichtig: Eine Verpflichtung zur Registrierung besteht für Distanzhändler bereits heute in allen EU-Ländern, in die sie direkt an Endkunden liefern. WEEE Europe stellt nicht nur die notwendigen Verträge mit Rücknahmesystemen zur Verfügung, sondern vermittelt auch einen Bevollmächtigten, der ohne eigene Niederlassung benötigt wird.